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Schulleben > Schüleraustausch
Wir freuten uns sehr ...
über den Besuch der polnischen Jugendlichen
vom 24 bis 29. Mai 2004 in Auerbach,
und hatten eine sehr schöne Zeit miteinander
Im Rahmen unseres Schüleraustausches besuchten uns 22 polnische Mädchen und Buben mit ihren Lehrkräften aus den Partnerschulen in Oswiecim.
Folgendes Programm hatten wir dafür vorgesehen:
Montag, 24. Mai 2004
18:00 Uhr, Eintreffen und Empfang unserer polnischen Gäste an der Schule (der polnische Bus kam etwa eine halbe Stunde später an).
Gemeinsames Abendessen (deutsche und polnische Schüler, Gasteltern, Lehrkräfte, Bürgermeister, Ehrengäste) in der Schule, anschließend Familienaufenthalt.
Dienstag, 25. Mai 2004
ab 8.15 Uhr: Kennen lernen der Schule
Empfang im Rathaus
Mittagessen mit dem Bürgermeister im Freibadrestaurant.
Nachmittags Besichtigung der Stadt, eventuell Besuch des Freibades.
ab 18:00 Uhr Aufenthalt und Abendessen in den Familien.
Mittwoch, 26. Mai 2004
8:15 Uhr Fahrt nach Nürnberg auf Einladung des Rotary-Clubs: Besichtigung u.a. von Burg, Lorenzkirche, Fußgängerzone und der Bleistiftfabrik Lyra, Rückfahrt über die Fränkische Schweiz mit Besuch einer Sommerrodelbahn
18:00 Uhr Aufenthalt und Abendessen in den Familien
Donnerstag, 27. Mai 2004
8:15 Uhr Fußwanderung zum Bergbaumuseum „Maffei“ in Nitzlbuch; dort sachkundige Führung mit Informationen über den Auerbacher Eisenerzbergbau
14:00 Uhr „besonderer Schultag“ in unserer Hauptschule mit Verpflegung durch den Elternbeirat
Rückkehr in die Familien gegen 20.00 Uhr
Freitag, 28. Mai 2004
8:15 Uhr Fahrt nach Neuhaus; dort Besuch der Burg Veldenstein
Führung in der Tropfsteinhöhle „Maximiliansgrotte“
Rückkehr in die Familien und Mittagessen dort gegen 13.00 Uhr
Der Nachmittag stand zur freien Verfügung, z.B. zum Besorgen von „Mitbringseln“
gemeinsames Abendessen (deutsche und polnische Schüler, Lehrkräfte, Bürgermeister, Ehrengäste) in der Schule auf Einladung des Elternbeirates
18:00 Uhr Verabschiedung der polnischen Gäste mit Überreichung von Erinnerungsgeschenken
gegen 20.00 Uhr Rückkehr in die Familien.
Samstag, 29. Mai 2004
6:00 Uhr Verabschiedung und Abfahrt der polnischen Gäste
Unser Besuch (Schüleraustausch) in Oswiecim
vom 4. Oktober 2004 bis 9. Oktober 2004
(Berichte und Fotos von Teilnehmern)
Am Montag, den 4.10.2004 standen wir Schüler der achten Klassen und zwei unserer Lehrer, Frau Korn und Herr Walter, um 5.00 Uhr mit gepackten Koffern am Schwemmweiher in Auerbach. Unser Ziel war Oswiecim in Polen.
Noch etwas müde, aber doch reiselustig, stiegen wir in den Bus Richtung Osten. Abfahrtszeit war 5.15 Uhr, da das Einladen des Gepäcks etwas länger dauerte. Die meisten Eltern waren sehr traurig, da sie ja nun ihre braven Kinder für eine Woche lang nicht sehen konnten. Als wir endlich losfuhren, wollte oder konnte eigentlich niemand mehr schlafen, weil wir alle viel zu aufgeregt waren. Wir unterhielten uns, spielten Flaschendrehen oder hörten Musik, um die endlose Busfahrt kurzweiliger zu gestalten. (Patrick Ireland)
Um ca. 11.00 Uhr trafen wir am Grenzübergang Görlitz ein. Nach einer kurzen Überprüfung der Personalien, konnten wir ohne großen Zeitverlust unsere Reise fortsetzen. Die Grenzbeamten fragten lediglich nach einer gewissen Lorena F. Sichtlich erschrocken meldete diese sich von einem Platz in der letzten Reihe und ließ sich erleichtert wieder in den Sitz fallen, als sich herausstellte, dass sie nur aufgrund ihres italienischen Passes aufgefallen war. (Christina Regn)
Etwas erschöpft, aber noch immer gespannt kamen wir nach ca. 12 Stunden Fahrt in Rajsko, einem Ortsteil der Gemeinde Oswiecim an. Dort befindet sich eine der beiden polnischen Schulen, die nun schon das vierte Jahr am Austausch teilnehmen. Da wir etwas zu früh ankamen, waren noch nicht alle polnischen Kinder vor Ort. So wurden wir erst mal von den polnischen Lehrkräften und Schulleiterinnen begrüßt. So nach und nach kamen dann alle und wir wurden zum Essen eingeladen.
Es gab Rouladen mit Kartoffelbrei und Salaten. Sehr nervös, nach ersten Verständigungsversuchen während des Essens, folgten wir um ca. 19.00 Uhr unseren Austauschpartnern heim in unsere Gastfamilien.
Die erste Nacht gut überstanden habend trafen wir uns alle am nächsten Morgen in Zaborze (hier befindet sich die zweite Schule, die jedes Jahr am Austausch teilnimmt) zu einer Englischstunde. Gespannt folgten wir unseren Austauschpartnern in die Unterrichtsräume. Als erstes fiel mir auf, dass in dem Klassenzimmer ein Bild vom Rathaus in Auerbach hing. Der Englischunterricht machte allen viel Spaß. Erst sangen wir ein englisches Lied, das „friends“ hieß und dann sollten wir uns gegenseitig interviewen.
Nach dem „coolen“ Unterricht gingen wir zu den Umkleidekabinen, um uns für die Sportstunde umzuziehen. In der Zwischenzeit stellten Schüler Hütchen in der Sporthalle auf, um einen Slalomparcours zu markieren. In vier Gruppen eingeteilt, bekamen wir Basketbälle und Luftballons, mit denen wir verschieden Staffelläufe veranstalteten. Danach folgte ein Basketballmatch zwischen unseren deutschen Jungs und deren polnischen Austauschpartnern. Leider haben die polnischen „Männer“ gewonnen. Den Gewinner im darauf folgenden Volleyballspiel konnte ich leider nicht feststellen. Danach hatten wir uns unser Mittagessen diesmal zusammen mit dem Gemeindevorsteher redlich verdient. (Christina Heckel)
Am Dienstagnachmittag fuhren wir dann in das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz.
In der Gedenkstätte bekamen wir deutschen Schüler eine deutsche Führung und die polnischen Schüler eine polnische. Als erstes gingen wir in die Nähe des Tores am Eingang mit der makabren Aufschrift „Arbeit macht frei“, durch welches damals die Häftlinge herausmarschierten, um zur für viele tödlichen Arbeit zur kommen. Unterwegs sahen wir kleine Luftschutzbunker für die SS-Soldaten. Das Lager war durch einen doppelreihigen Stacheldrahtzaun eingegrenzt, der über Nacht noch dazu unter Strom gesetzt wurde. Dann gingen wir zu den Krematorien mit zwei der ehemals drei Verbrennungsöfen. Auch die große Kammer, in der hauptsächlich Juden durch „Zyklon B“ vergast wurden, besichtigten wir. Später sahen wir verschiedene Blocks, in denen Haare, Koffer, Brillen, Haushaltsgeräte, Bürsten, leere Behälter von „Zyklon B“ und die Gebetstücher von Juden, die im KZ umgebracht worden sind aufbewahrt werden.
Wir erfuhren, dass den Leuten im Konzentrationslager sämtliche Wertgegenstände abgenommen wurden. Den Toten entfernte man sogar die Goldzähne, um sich daran zu bereichern. Anschließend schockierte uns der so genannte Strafblock mit der einer Dunkelkammer, in der nur ein winziges quadratisches Fenster in der Wand für Frischluft sorgte. Besonders grausam waren die Hungerarrestzellen, in denen der katholische Priester Maximilian Kolbe starb. Im Hof des Blocks befindet sich eine Mauer, an der unzählige Menschen erschossen wurden. Wir alle waren tief erschüttert über so viel Grausamkeit.
Wenn ein Häftling einen Fluchtversuch unternahm und gefasst wurde, erschoss man mit ihm noch zehn weitere Häftlinge. In der Mitte der Führung zeigte man uns den Film über die Befreiung des Lagers durch alliierte Truppen. Leider war er in polnischer Sprache. Doch selbst die Bilder reichten aus, um uns das Entsetzten und die Grausamkeit vor Augen zu führen. Die Menschen, die ins KZ gebracht wurden, waren nicht nur Männer und Frauen, sondern auch Kinder. Im Konzentrationslager Auschwitz starben über eine Million Menschen, hauptsächlich Juden. (Marco Wieser).
Im Anschluss daran machten wir noch einen Rundgang durch die Stadt Oswiecim. Die Besichtigung startete in der Synagoge. Diese wurde erst vor wenigen Jahren wieder aufgebaut, denn im Zweiten Weltkrieg dienten diese Räume als Waffenlager der SS. In einer Synagoge müssen Männer immer ein Gebetskäppchen tragen. In diesem Gebetshaus sind alle Möbelstücke und religiöse Gegenstände sehr schlicht im Gegensatz zu katholischen Kirchen. Nichts soll vom Gebet ablenken. Es finden dort keine regelmäßigen Gottesdienste mehr statt, nur wenn Reisegruppen aus anderen Ländern kommen, denn in Oswiecim gibt es keine jüdische Gemeinde mehr.
Auf unserem Stadtrundgang kamen wir auch an der Maximilian-Kolbe-Kirche vorbei, die vor Jahren mit Hilfe der katholischen Pfarrei Auerbach errichtet werden konnte. Die Statue vor dem Gotteshaus zeigt den hl. Maximilian Kolbe.
Anschließend liefen wir zum Marktplatz, der sich durch den Krieg auch sehr verändert hatte. Heute stehen dort viele Häuser und der Platz hat sich ein wenig verkleinert. Die Kirche wurde nur von außen besichtigt. Sie stammt aus der Barockzeit, wie uns gesagt wurde. Es war leider nur eine sehr kurze Stadtbesichtigung. (Theresia Eisend)
Am Mittwoch startete der Tag schon sehr früh mit der Fahrt nach Wieliczka ins Salzbergwerk. Sobald wir unsere Eintrittskarten erhalten hatten, begann die Führung, wieder in deutscher Sprache. Beim Abstieg in 180 m in die Tiefe gab es mehrere Staus, da an diesem Tag besonders viele Gruppen unterwegs waren. Nach den vielen Stufen taten mir richtig die Beine weh. Unten angekommen versuchten gleich einige von uns das Salz von den Wänden zu lecken. Wir erfuhren interessante Details zur Salzförderung und uns wurde klar wie gefährlich die Arbeit früher in einem Salzbergwerk war. Dann kamen sehr edle Räume: In einem sahen wir „Maria“ als Statue ganz aus Salz. In der großen Kapelle war ebenfalls alles aus Steinsalz, sogar der Boden. Dort durften wir uns zum Foto aufstellen, welches man nachher als Andenken kaufen konnte. In dieser großen Halle finden immer noch Messen und Konzerte „unter Tage“ statt. Sehr beeindruckt hat mich die Grotte, in der sich ein See befand. Erst war alles dunkel und plötzlich erwachte die Kammer durch Musikeinsätze und Lichteffekte zum Leben. Nach zweieinhalb Stunden war die Führung zu Ende und wir wurden von unseren polnischen Gastgebern zum Essen ins vornehme Restaurant „Maxim“ eingeladen.
Am Nachmittag besuchten wir in der Stadt Krakau u. a. die Burg Wawel und den berühmten Marktplatz mit der Marienkirche (Foto) und den Tuchhallen . (Christina Adams)
Am darauf folgenden Tag ging es nach Wygielzow, um dort eine Führung im Freilichtmuseum zu unternehmen.
Später wanderten wir hoch zu Burgruine mit einem tollen Blick über die Stadt. Nachmittags stand ein Besuch des Kinderdorfes „Maja“ auf dem Programm. Dort wurden wir sehr freundlich von dessen Gründer, zugleich 1. Bürgermeister der Stadt Oswiecim, Janusz Marszalek und seiner Frau begrüßt, die auch das Kinderdorf leiten. Im Moment wohnen ca. 26 Kinder in den 4 Häusern. In einige Häuser durften wir sogar hineinschauen, um zu sehen wie die Kinder dort leben. Wir waren angenehm überrascht. Die Kinder fühlen sich dort bestimmt wohl.
Unsere Lehrerin überreichte an Herrn Marszalek einen Geldbetrag, den wir bei der Bewirtung anlässlich der Elternsprechtage, bei der Schulspielaufführung und durch den Verkauf unserer Schülerzeitung erwirtschaftet hatten, als Spende.
Das Geld wurde dankbar angenommen, und auch wir freuten uns über unsere "gute Tat".
Von den Kindern bekamen wir Prospekte und Basteleien geschenkt; auch konnten wir uns mit Getränken und Naschereien stärken. Bald danach fuhren wir zu unseren Austauscheltern zurück. (Christina Regn)
Die Woche verging wie im Flug und schon war der Freitag, unser letzter Tag in Oswiecim, angebrochen, den die polnischen Familien für ihre Gastkinder gestalten sollten. Mein Austauschpartner Rafau, seine Eltern, sein Bruder Damian und ich standen schon um 7.00 Uhr auf. Eine Stunde später starteten wir mit dem Familienauto in Richtung Ustran Zawodzie. Die Fahrt dauerte ca. zwei Stunden. Dort brachte uns eine Seilbahn auf den Berg. Oben angekommen besichtigten wir einen Vogelpark. Man durfte die Greifvögel sogar auf der Hand halten. Gleich daneben befand sich eine Rodelbahn, mit der wir abwärts brausten. Mit dem Auto fuhren wir ca. 10 km weiter zum Tierpark nach Lesny. Es gab dort Hirsche, Pferde, Ziegen und Hasen, die wir füttern durften. Nach einem erlebnisreichen Vormittag kehrten wir nach Hause zurück, holten unsere Schwimmsachen und gingen ins Oswiecimer Schwimmbad. (Alexander Brandl)
Um 18.00 Uhr trafen wir uns alle in der Schule in Rajsko. Zuerst gab es ein paar Knabbereien, danach ein richtiges Essen, nämlich Gulasch. Nach dem Essen versammelten wir uns in einem großen Raum, in dem die polnischen Schulleiterinnen sowie Frau Korn und Herr Walter noch einige Worte sprachen. Danach bekamen wir Geschenke von unseren Austauschpartnern. Einige polnische Schüler führten einen Tanz vor und andere sangen. Dann konnte endlich die Party mit Disco beginnen. Leider trauten sich die meisten Jungs erst nicht zu tanzen. Aber als dann S. einen gekonnten Breakdance aufs Parkett legte, tauten alle etwas auf und probierten es auch. Am besten tanzten (natürlich) Frau K. und Herr W.. Leider neigte sich der Abend schon bald dem Ende zu und ein paar Tränen kullerten. Wir freuten uns zwar auch auf unser Zuhause, wollten aber trotzdem unsere „neuen Freunde“ nicht verlassen. Doch es wird ja schon im Juni 2005 ein Wiedersehen bei uns in Auerbach geben. (Elisabeth Mildner)
Herzlichen Dank für die gute Aufnahme und die schöne Zeit in Oswiecim und Aufwiedersehn hier bei uns!