Mittelschule Auerbach i. d. Oberpfalz


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2007

Schulleben > Schüleraustausch

Wir freuten uns schon sehr auf den Besuch unserer polnischen Freunde hier bei uns in Auerbach
vom 21. bis 26. Mai 2007

Montag, 21. Mai 2007

Pünktlich wie geplant um 18.00 Uhr trafen unsere polnischen Gäste nach einer rund zwölfstündigen Fahrt bei hochsommerlichen Temperaturen zwar etwas geschlaucht, aber doch gesund und munter, in Auerbach ein.


Pünktlich wie geplant um 18.00 Uhr trafen unsere polnischen Gäste nach einer rund zwölfstündigen Fahrt bei hochsommerlichen Temperaturen zwar etwas geschlaucht, aber doch gesund und munter, in Auerbach ein.

Rektor Weber begrüßte in der - u. a. mit polnischen, deutschen, bayerischen und grün-weißen Fähnchen - festlich geschmückten Eingangshalle Gäste und Einheimische. Pater Dominik Sobolewski (CR) übersetzte die Worte des Schulleiters in seine Muttersprache.

Auch der 3. Bürgermeister der Stadt Auerbach, Herr Herbert Lehner, drückte in seinem Grußwort die Freude der Stadt darüber aus, dass nun schon zum 6. Mal polnische Jugendliche im Rahmen des Schüleraustausches in Auerbach sind.

Der Begrüßungsabend in der Schule klang mit einem gemeinsamen Abendessen aus, das die Lehrerinnen Frau Langsteiner und Frau Schleicher zubereitet hatten. Neben den polnischen und deutschen Jugendlichen nahmen auch zahlreiche Gastgebereltern und viele Lehrkräfte daran teil.

Für viele der polnischen Jugendlichen war es das erste Mal, dass sie in Deutschland zu Gast waren. Sie freuten sich auf diesen Aufenthalt in Auerbach, rund 800 km von zu Hause entfernt. So wurde auch gleich noch vor dem Zu-Bett-Gehen in kleinen Gruppen die Stadt und insbesondere die örtlichen Lokale erkundet.

Dienstag, 22. Mai 2007

Zusammen mit Frau Korn besichtigten die polnischen Gäste ab 8.15 Uhr die Hauptschule. Dabei wurden auch gemeinsam bereits in Oswiecim eingeübte deutsche und englische Lieder gesungen und in der Sporthalle bzw. auf dem Sportplatz einige Spiele gemacht.

Dieses Gruppenbild mit allen polnischen und deutschen Teilnehmern entstand vor dem neu gestalteten Eingang der Hauptschule Auerbach.

Im Sitzungssaal des historischen Rathauses Rathauses empfing um 10.30 Uhr 2. Bürgermeister Georg Gsell die polnischen Gäste und ihre deutschen Partner.
Im Auftrag des Bürgermeisters der Gemeinde Oswiecim überreichtem ihm zwei Jugendliche ein Präsent. Herr Gsell revanchierte sich mit Anstecknadeln von Auerbach und den polnisch-deutschen Flaggen.

nteressiert lauschten die Jugendlichen den Worten des Bürgermeisters und des Schulleiters; letzterer erzählte einige Dinge aus der reichen Geschichte der Stadt Auerbach. Auch die örtlichen Zeitungen berichteten darüber. (NN; SRZ)

In der wunderschönen Pfarrkirche St. Johannes der Täufer wartete bereits Pater Janusz Gadek (CR) auf die Gruppe. Er übersetzte die kurze Kirchenführung durch Rektor Weber ins Polnische und ergänzte dessen Worte durch eigene Ausführungen.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen auf Einladung des Bürgermeisters in einer Gaststätte des Ortsteils Sand konnten viele der polnischen und deutschen Jugendlichen endlich das herrliche Auerbacher Freizeitbad besuchen, denn der Nachmittag stand zur freien Verfügung.

Am Abend machten viele wieder den schon fast traditionellen "Stadtbummel" oder trafen sich in kleinen Gruppen, um miteinander etwas zu unternehmen: Pizzerias, Eiscafes usw. waren häufige Ziele.

Mittwoch, 23. Mai 2007

Der Vormittag stand zur freien Verfügung. Ab 14.00 Uhr startete in unserer Hauptschule der „besondere Schultag 2007“ mit sehr vielen Programmpunkten und einer Ausstellung.

Die Bewirtung - auch für die polnischen Gäste - hatte in bewährter Weise der Elternbeirat übernommen.

Donnerstag, 24. Mai 2007

An diesem Tag stand - bei herrlichem Sommerwetter im Mai - unsere große Fahrt nach Regensburg auf dem Programm.
Mit dem polnischen Bus ging es zunächst nach Kelheim, wo bereits ein Schiff auf uns wartete.

An Bord fuhren wir durch einen der schönsten Teile des Laufes der ca. 2.845 km langen Donau, des nach der Wolga zweitlängsten Stromes Europas. Von den Höhen über Kelheim und dem Flussbett grüßte die Befreiungshalle herunter. (Bild links)

Nach einer Biegung kurz hinter dem weltberühmten "Donaudurchbruch" tauchte unser nächstes Ziel, das alte Benediktinerkloster Weltenburg auf. (Bild rechts)

Wir besichtigten natürlich die wunderschöne Asamkirche St. Georg und erfuhren, dass die Geschwister Asam auch die Pfarrkirche in unserem Michelfeld barock ausgestaltet haben. 

Einige von uns nutzten die Gelegenheit, um sich in der Donau die Füße etwas abzukühlen, andere zogen den schattigen Klostergarten vor und machten dort Brotzeit.

Mit dem Schiff ging es dann wieder zurück zu unserem Bus nach Kelheim und von dort weiter nach Regensburg, der Bezirkshauptstadt der Oberpfalz.

In einer kurzen Stadtführung stellte uns Frau Korn u. a. die Porta Praetoria aus der Römerzeit, das Goliathhaus, das alte Rathaus und die "steinerne Brücke" vor.

In einer kurzen Stadtführung stellte uns Frau Korn u. a. die Porta Praetoria aus der Römerzeit, das Goliathhaus, das alte Rathaus und die "steinerne Brücke" vor.

Nach der Dombesichtigung machten wir auf den Stufen des altehrwürdigen Gotteshauses noch ein Erinnerungsfoto.

Nach einem ausgiebigen Stadtbummel in kleinen Gruppen traten wir die Heimreise an und kamen wie geplant gegen 19.00 Uhr wieder in Auerbach an.

Freitag, 25. Mai 2007

Neuhaus und besonders die den Ort überragende Burg Veldenstein war heute zunächst unser Ziel. Nach der Burgbesichtigung ein Gruppenfoto zum Beweis, dass wir wirklich auf der Burg Veldenstein waren.

Danach steuerten wir die Tropfsteinhöhle "Maximiliangrotte" an. In einer sachkundigen Führung erfuhren wir Interessantes über Tropfsteine und die Geschichte dieses Naturwunders.

Zum Mittagessen trafen sich Gäste und Gastgeber wieder in den Familien.

Der Nachmittag stand dann zur freien Verfügung. Viele polnische und deutsche Jugendliche besuchten das Auerbacher Freizeitbad, um sich bei der drückenden Hitze zu erfrischen. Gegen 17.00 Uhr allerdings beendete ein Gewitter mit starkem Regen den Spaß.


Um 18.30 Uhr wurde auf Einladung des Elternbeirates gemeinsam in der Schule zu Abend gegessen. Traditionell gab es wieder etwas typisch Bayerisches: Schweinebraten mit Kartoffelknödeln und Salaten. Als Nachspeise ...


Schon einige Stunden vor dem Essen waren diese 7 Frauen eifrig zu Werke.

Auch heuer erwiesen sich die Mitglieder des Elternbeirats mit den Lehrerinnen Frau Langsteiner und Frau Schleicher wieder als wahre Könnerinnen!

Nach dem Essen erfolgte die offizielle Verabschiedung der polnischen Gäste.

Schulleiter Weber dankte nochmals allen, die ihren Beitrag zum Gelingen der Woche geleistet hatten; namentlich nannte er u. a. den Elternbeirat mit seiner Vorsitzenden Katrin Schmid, die Hauswirtschaftslehrerinnen Claudia Langsteiner und Gabi Schleicher, die Bedienungen aus den 8. Klassen, Lehrer Schriml mit seinem Aufstellteam, der Stadt Auerbach, vertreten durch 3. Bürgermeister Herbert Lehner für die Unterstützung, Lehrerin Kathrin Korn für die gute Organisation, und Konrektor Rudi Lutye, der überall zur Stelle war.

Ein besonderes Dankeschön galt den polnischen Lehrkräften Marcin Skwarczynski und Dominik Demczuk für die gute Zusammenarbeit während der ganzen Woche; beide erhielten kleine Erinnerungsgeschenke. Weber bedankte sich auch extra bei den polnischen und den deutschen Jugendlichen. Den polnischen Gästen überreichte er als Andenken an den Regensburgaufenthalt Bildbroschüren über diese Stadt.

Auch 3. Bürgermeister Lehner hatte lobende Worte für die zu Ende gehende Phase des Schüleraustausches. Er dankte vor allem auch der Schulleitung und wünschte dem Schüleraustausch eine gute Zukunft.

An die polnischen Lehrkräfte übergab er Erinnerungsgeschenke und für den Bürgermeister der Gemeinde Oswiecim ein Bierkrügl mit
auf den Weg.

Marcin, Dominik und eine Schülerin im Namen der polnischen Jugendlichen bedankten sich herzlich bei den deutschen Gastgebern und übergaben an Kathrin Korn und Rudolf Weber Erinnerungsgeschenke.

Im Anschluss an den offiziellen Teil nahmen die Jugendlichen im Musiksaal bei einer gemeinsamen Disko Abschied voneinander.

Samstag, 26. Mai 2007

Der letzten Nacht in Auerbach, die für manche etwas kürzer ausgefallen war, folgte ein zeitiges Aufstehen, denn schon um 6.30 Uhr stand der Bus zum Verladen des Gepäcks bereit. Allgemein war Verabschiedung angesagt, und auch manche Träne floss. Um 6.45 Uhr verließ der Bus mit unseren polnischen Gästen den Place de Laneuveville in Auerbach - ein letztes Winken und "Auf Wiedersehn - do widzenia"!



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Inzwischen sind unsere polnischen Freunde längst wieder wohlbehalten in ihre Heimat zurückgekehrt. SMSs, Emails und andere moderne Kommunikationswege werden fleißig genutzt. Was bleibt ist die Erinnerung an eine - hoffentlich auch für die polnischen Jugendlichen und ihre beiden Lehrer - ereignis- und erlebnisreiche gemeinsame Woche hier bei uns in Auerbach.

Serdecznie dziekuje za wszystko i do widzenia! 

Herzlichen Dank für die schöne gemeinsame Zeit in Oswiecim im Oktober 2006 und jetzt hier bei uns in Auerbach! Aufwiedersehen!


Schüleraustausch im Oktober 2007

Schülerinnen und Schüler der Hauptschule Auerbach waren im Rahmen des Schüleraustausches wieder eine Woche lang vom 8. bis 13. Oktober 2007 bei Gastfamilien im polnischen Oswiecim.
Montag, 8. Oktober 2007

Pünktlich um 6.00 Uhr startete unser Bus von der Schule in Auerbach, begleitet von guten Wünschen und ebensolchen Ratschlägen der Eltern und Familienangehörigen, die uns zu dieser nachtschlafenen Zeit zum Place de Laneuveville gebracht hatten. Ohne Probleme konnten wir heuer die deutsch-polnische Grenze in Görlitz passieren und in unser Gastland einreisen. Nach einigen Haltepausen kamen wir gegen 17.30 Uhr in Oswiecim an.

Eigentlich wollten wir gleich im Vorbeifahren die Maximilian-Kolbe-Kirche besichtigen, die 1987 mit tatkräftiger Hilfe aus Auerbach errichtet und eingeweiht werden konnte. Leider war sie bereits geschlossen und wir konnten das imposante Bauwerk mit seiner interessanten Vorderfront nur vom Bus aus bewundern. Viel Zeit hätten wir sowieso nicht gehabt, denn wir wurden schon sehnsüchtig von unseren Partnern erwartet. Auch wir waren sehr gespannt, hatten wir doch nur ein schwarz-weißes, undeutliches Faxfoto von unserem jeweiligen Austauschpartner bekommen. 

Doch schnell fanden die vorgesehenen polnischen und deutschen Mädchen und Buben zueinander und mit einem herzlichen "Hallo!" war man auch schon etwas bekannt miteinander.

Dann ging es gemeinsam in den Speisesaal des Hotels, in dem unsere Begleiter (Fr. Schmidt, H. Weber und H. Gradl) untergebracht waren.

Dort wurden wir von der Direktorin des Gymnasiums 1 (Rajsko), Frau Wiktoria Czernika, und vom stellvertretenden Schulleiter des Gymnasiums 2 (Zaborze), Herrn Marek Skrzypecki, herzlich begrüßt.

Vor dem Hotel spielte Patrick zur Überraschung und Freude aller auf seiner Trompete gekonnt ein Ständchen zur Begrüßung - natürlich einen echt bayerischen Landler. Anschließend nahmen wir unser Gepäck aus dem Bus und gingen gespannt in die Familien, unseren Gastgebern für die nächsten Tage. 

Auch dort war die Aufnahme ausnahmslos sehr freundlich und herzlich, und wir fühlten uns sofort wohl, trotz der weiten Entfernung von zu Hause und der natürlich vorhandenen Verständigungsschwierigkeiten.
Auch die erste Nacht im fremden Land bei fremden Leuten verlief problemlos.

Dienstag, 9. Oktober 2007

Um 8.00 Uhr trafen wir uns - mehr oder weniger ausgeschlafen - alle in der Schule Rajsko. Eine Englischstunde zusammen mit unseren polnischen Partnern sorgte für die weitere Verbesserung des gegenseitigen Kennenlernens. Dazu waren die Schülerinnen und Schüler in zwei "gemischte Gruppen" eingeteilt.

Die Lehrerinnen Lucyna Momot und Karolina Sobik hatten einen interessanten und ausführlichen Fragenkatalog für uns Deutsche und unsere polnischen Freunde vorbereitet – natürlich in Englisch. So erfuhr jeder wichtige und nicht ganz so wichtige Dinge über seine jeweilige Partnerin bzw. seinen jeweiligen Partner.

Anschließend fuhren wir gemeinsam in die Eislaufhalle der Stadt Oswiecim. Hier erfuhren wir, dass die einheimische Eishockeymannschaft schon mehrmals polnischer Meister in dieser Sportart war.


Im Mittelpunkt des weiteren Vormittags stand natürlich das Schlittschuhlaufen, das manche schon recht gut beherrschten,
andere nicht, und so öfter mit der kalten Eisfläche Bekanntschaft machten. Spaß aber hat es allen gemacht.

Zum Mittagessen trafen wir uns dann auf Einladung des Bürgermeisters der Gemeinde (Wójt Gminy) Oswiecim, Herrn Andrzej Bibrzycki, in der Kantine der Schule Rajsko. Anders als bei uns endet der Unterricht dort jeden Tag für alle Schülerinnen und Schüler gegen 14.00 Uhr mit dem gemeinsamen Mittagessen in der Schule; dass dort gut gekocht wird, davon konnten wir uns überzeugen.

Der Bürgermeister und der Vorsitzende des Rates (Przewodniczacy Rady Gminy), Herr Jerzy Domzal, stellten uns ihre Gemeinde kurz vor. So erfuhren wir, dass die Landgemeinde (gmina wiejska) Oswiecim ein Gebiet von etwa 75 km² mit etwa 14.000 Einwohnern (Stand 30. Juni 2005) umfasst. Auerbach hat zwar etwa die gleiche Fläche, aber nur rund 9.500 Einwohner.

Die Gemeinde (gmina) Oswiecim gliedert sich in die Ortsteile Babice, Broszkowice, Brzezinka (Birkenau), Dwory, Grojec, Harmeze, Osada Stawy Grojeckie, Lazy, Plawy, Poreba Wielka, Rajsko, Stawy Monowskie, Wlosienica und Zaborze. Fast eingeschlossen von diesen Ortschaften ist die Stadt (miasto) Oswiecim. Beide liegen im Landkreis (Powiat) Oswiecim und in der Woiwodschaft Malopolskje (Kleinpolen; Polen hat 16 Woiwodschaften).

Mit beim Essen dabei war auch der für die Finanzen der Gemeinde verantwortliche Kämmerer (Skarbnik), Herr Jacek Sobon.

Rektor Weber überbrachte die Grüße des Auerbacher Bürgermeisters Helmut Ott und übergab in dessen Auftrag ein kleines Geschenk an das polnische Gemeindeoberhaupt.

Der Nachmittag war dem wohl schwierigsten Teil der ganzen Woche vorbehalten, dem Besuch der Gedenkstätten an das ehemalige Konzentrations- und Vernichtungslager in der Stadt und in Birkenau.

Unser Bus parkte auf dem großen Parkplatz in der Stadt Oswiecim neben zahlreichen anderen. "Menschenmengen strömten zum Eingang, die Führung durch das Museum begann, und es gab fast kein Durchkommen - eigentlich nicht das, was man erwartet, wenn man seine erste Begegnung mit dem Konzentrationslager Auschwitz hat. Bei den vielen Menschen hatte man anfangs den Eindruck von einem Besuch in einem Vergnügungspark am Wochenende. Wir erfuhren die ersten Daten zur Entstehung des Lagers ... "

"Eine der Hauptursachen für die im KL Auschwitz grassierenden Epidemien und ansteckenden Krankheiten waren die in jeder Hinsicht unzulänglichen Wohnbedingungen, die sich während der verschiedenen Zeitabschnitte veränderten und sich in den einzelnen Teilbereichen des Lagers voneinander unterschieden. Im Stammlager (Auschwitz I) dienten die ehemaligen gemauerten Kasernenblöcke den Häftlingen als Unterkünfte. In jedem der Blöcke waren einige hundert dreistöckige hölzerne Bettpritschen aufgestellt. Wegen der im KL Auschwitz I herrschenden Überbelegung wurden ebenfalls die Keller und die Böden als Unterkünfte genutzt."

Gleich bei der Ankunft wurde den armen Menschen auch das Wenige, was sie noch besaßen, weggenommen. Angeblich um die Koffer bei der Entlassung wieder zu finden, wurden diese beschriftet. Aber die wenigsten der zu Unrecht Eingesperrten sahen jemals die Freiheit wieder.

"Die Flöhe, Läuse und Wanzen bemächtigten sich unser. Aber wir wagten nicht, uns zu kratzen, denn vom Kratzen bekam man leicht eine Infektion. Infektion aber bedeutete, dass man hohes Fieber bekam, dann konnte man nicht zum Appell und zur Arbeit antreten, und das wieder hieß, dass man eventuell in die Krankenstube musste. Die Krankenstube aber war beinahe der sichere Tod, das sahen wir an dem Haufen von Leichen, welche sich jeden Tag vor dem Krankenblock häuften. ... "

Wir erfuhren auch erschreckliche Dinge über das Leben im Lager. "Im KL Auschwitz war der Tagesablauf, ähnlich wie in anderen Konzentrationslagern, strikt festgelegt. Mehr als ein Dutzend Stunden mußten die Häftlinge arbeiten. Die verbliebene Zeit wurde ausgefüllt mit langandauernden Appellen, mit Warten auf die Essensausgabe, auf einen Latrinenplatz, auf einen Waschplatz, mit dem Säubern der Kleidung von Schmutz und Insekten, mit Desinfektionen."

"Im System der Konzentrationslager spielte die Bestrafung eine wichtige Rolle. Sie sicherte die Fügsamkeit der Häftlinge und unterstrich, wie ausgeliefert sie den Launen der Wärter waren. Das Strafmaß und die Art der Strafe wurden meist willkürlich gesetzt. Der Strafanlass erstreckte sich vom Zusammenbrechen während der unmenschlichen Arbeit bis zum Fluchtversuch. Ein Großteil der Strafen führte unweigerlich zum Tod."

Besonders erschüttert waren wir beim Anblick der Todeszelle von Pater Maximilian Kolbe im Block 11 und der Todesmauer, vor der sehr viele Häftlinge erschossen wurden.
Anschließend fuhren wir nach Birkenau, der Gedenkstätte an das Vernichtungslager.

An diesem späten Nachmittag gingen wir alle sehr bedrückt nach Hause in unsere Gastfamilien. Aber Auschwitz ist nicht das Oswiecim von heute!

Mittwoch, 10. Oktober 2007
Heute fuhren wir zunächst in das rund 80 km entfernte Wieliczka zur Besichtigung des dortigen Salzbergwerks, das zum Weltkulturerbe zählt. Wie schon bei den Gedenkstätten an Auschwitz waren außer uns noch sehr viele Menschen aus verschiedenen Ländern gekommen. Die Führungen werden in mehreren Sprachen angeboten, unter anderem natürlich auch in Deutsch.

Zunächst ging es auf über 250 hölzernen Treppenstufen senkrecht nach unten. An verschiedenen Stellen erklärte uns ein Bergmann die einzelnen Sehenswürdigkeiten des Salzbergwerks, in dem an bestimmten Stellen heute noch Salz gewonnen wird. In einem anderen Bereich der Grube finden Kranke Linderung und Heilung ihrer Beschwerden.

"Es ist eine phantastische Kunstwelt ganz aus Salz, die von Bergleuten in jahrhundertelanger Arbeit geschaffen wurde. Künstliche Seen und bizarr geformte Höhlen, Kapellen und Kathedralen, sowie lebensgroße Figuren sind in diesem "Atlantis aus Salz" zu sehen. Hier wird der Mythen- und Legendenschatz der Bergleute ebenso wie die Geschichte des Bergwerks lebendig." (Quelle) Auch die hl. Barbara, die Schutzpatronin aller Bergleute, ist als Statue zu bewundern - natürlich aus Salz.

Für einige von uns hat der Bergbau eine besondere Bedeutung, denn der Vater oder der Opa waren selbst Bergmann und im Eisenerzbergwerk in Auerbach beschäftigt.

In rund 135 m Tiefe schmeckte uns das gemeinsame Mittagessen besonders gut.

Die Rückkehr an die Oberfläche und ans Tageslicht war wesentlich einfacher und kürzer als der Abstieg, denn wir konnten den Aufzug benutzen, mit dem auch die Bergleute in die Grube einfahren.

Am frühen Nachmittag ging es weiter nach Krakau, der ehemaligen Hauptstadt des Königreichs Polen. „Krakau ist das Florenz des Nordens und das Rom Polens“, so hört und liest man oft über diese Stadt an der Weichsel.

Leider hatte die Kathedrale auf dem Wawel mit zahlreichen Gräbern polnischer Herrscher und anderen Sehenswürdigkeiten bereits um 16.00 Uhr geschlossen. Danach gingen wir in die nahe Innenstadt zum Marktplatz mit Glockenturm, Marienkirche (Foto rechts) und Tuchhallen und konnten uns dort in kleinen Gruppen die Sehenswürdigkeiten von Krakau anschauen.

Nach einem wiederum ereignisreichen Tag kamen wir gegen 20.00 Uhr zurück in unsere Gastgeberfamilien und konnten die polnische Küche mit der bekannten Roterübensuppe, dem Zurek, dem Schlesischen Himmelreich, dem Bigos, den Piroggen usw. genießen; Wodka war natürlich tabu.

Donnerstag, 11. Oktober 2007

Am Vormittag stand ein Besuch der Stadt und des Schlosses Pszcyna auf dem Programm. Eine nette ältere Dame brachte uns in angenehmer Weise die wohl einmaligen Schätze der „Perle Oberschlesiens“ - so ein Prospekt – nahe. Sie führte uns auch in die neu gestalteten Kellerräume des Schlosses, in denen erst vor wenigen Wochen eine umfangreiche Sammlung alter Rüstungen und Waffen eröffnet worden war. Das erste Schloss in Pszczyna wurde höchstwahrscheinlich schon im 11. oder 12. Jh. von den Piasten, einem alten polnischen Adelsgeschlecht, erbaut. Es war aber zunächst nur ein Einflügelbau, der von Erdwällen und einem mit Wasser gefüllten Festungsgraben umgeben war. Erst im 15. Jh. erfolgte der Umbau in ein Schloss erbaut, das bis herauf ins 20. Jahrhundert die Funktion eines Jagdsitzes erfüllte, denn die wildreichen Wälder der Umgebung waren berühmt für ihre Jagden und zogen Kaiser und andere Prominente an.

Nach der Besichtigung des Schlosses hatten wir etwas Zeit zum Bummeln in der alten Stadt. Pszczyna (deutsch: Pleß oder auch Pless) ist eine Stadt im Süden Polens in der Woiwodschaft Schlesien. Auf der Schlossseite des für die Kleinstadt doch recht großen Marktplatzes stehen die evangelische Kirche und das Rathaus.

Nach dem Mittagessen in den Familien und einer ausführlichen Mittagspause trafen wir uns am späten Nachmittag in der neuen Sporthalle der Schule Rajsko zu gemeinsamem sportlichen Wettkampf.

Herr Lukas Wabik, ein sehr engagierter junger Sportlehrer der Schule, verstand es meisterlich, uns zu Höchstleistungen bzw. einfach zum Mitmachen zu begeistern. Aber bei einigen machte sich doch das gute Essen der vergangenen Tage bemerkbar. Und das nächste Abendessen in den Familien stand schon bevor.

Freitag, 12. Oktober 2007

Vormittag und früher Nachmittag standen für die persönliche Gestaltung in und mit den Familien zur Verfügung.

Um 15.30 Uhr trafen wir uns im Kinderdorf Maja, wo uns dessen Gründer, der jetzige Oberbürgermeister der Stadt Oswiecim, Herr Janusz Marszalek, dessen Ehefrau und Vorsitzende der Stiftung, Frau Marta Marszalek und die Leiterin, Frau Beata Wojtas, zusammen mit den Kinderdorfmüttern und den rund 30 Kindern herzlich willkommen hießen.

Herr Marszalek und unser Schulleiter machten uns mit dem Aufbau des Kinderdorfes vertraut, wo nach der Idee der SOS-Kinderdörfer jeweils fünf bis sechs Kinder verschiedener Alterstufen gemeinsam mit einer "Kinderdorfmutter" wie in einer normalen Familie gemeinsam in einem Haus leben. Wir erfuhren auch, dass dieses Kinderdorf den Namen des polnischen Arztes, Schriftstellers und Pädagogen Janusz Korczak trägt.

Voll Freude berichtete Herr Marszalek, dass ihm am frühen Vormittag von Herrn Weber und Frau Schmidt Steine für den Gedenk- und Versöhnungshügel übergeben worden waren: einer im Auftrag von Bürgermeister Ott (links) und einer von unserer Hauptschule Auerbach (rechts).

Unsere Klassensprecher übergaben einen ansehnlichen, von uns in verschiedenen Aktionen (z.B. bei den Elternsprechtagen und beim "besonderen Schultag 2007") erwirtschafteten, Geldbetrag und einen „süßen Gruß“ an die Kinder; beides wurde gern und dankbar angenommen. Wir wurden im Gegenzug mit Getränken und kleinen Snacks bewirtet und erhielten von den Kindern selbst gebastelte Blumen als Andenken an unseren Besuch. Mit einem Rundgang durch einige Häuser und die gut gepflegte Gesamtanlage mit einem Abenteuerspielplatz endete unser Besuch im Kinderdorf.

Abschiedsfeier

Wie schnell doch die Zeit vergeht: am Freitag um 17.00 Uhr stand das Abschiedsessen in der Schule Zaborze an, zunächst mit dem offiziellen Teil.

Die Direktorinnen der Gymnasien Rajsko, Frau Wiktoria Czernicka (links), und von Zaborze, Frau Wieslawa Pawlowska (dritte von links), ein Vertreter von Gemeinde und Schulbehörde (rechts) und unser Rektor tauschten kleine Geschenke aus, bedankten sich bei allen Beteiligten für den reibungslosen Verlauf der Woche und wünschten dem Schüleraustausch ein noch sehr langes und gutes Leben.

Auch alle deutschen Schülerinnen und Schüler bekamen von der Gemeinde ein Erinnerungsgeschenk an den Aufenthalt in Oswiecim.

Samstag, 13. Oktober 2007

Doch auch heute hieß es wieder, sehr bald aufzustehen, denn bereits um 6.00 Uhr startete der Bus in Zaborze. Wenig später stiegen auch unsere Jugendlichen in Rajsko zu, nicht ohne vorher zum Abschied noch einmal ihre polnischen Partner kräftig gedrückt zu haben.

Kurz vor 6.30 Uhr konnten wir zur langen Heimreise starten. Da wir glücklicherweise nirgends Stau oder einen längeren Zwangsaufenthalt hatten, und unser Fahrer Herbert deshalb zügig vorankam, trafen wir bereits kurz vor 16.30 Uhr wohlbehalten an unserem Ausgangspunkt in Auerbach ein. Zwar müde, aber voll gepackt mit den verschiedensten Eindrücken der Woche, konnten wir unsere Eltern in die Arme schließen.

Wir freuen uns schon auf den Besuch aus Polen vom 2. bis 7. Juni 2008 bei uns in Auerbach!

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