Mittelschule Auerbach i. d. Oberpfalz


Direkt zum Seiteninhalt

Lesung Fadi Saad

Schulleben > Aktionstage

Diese Lesung werden die Hauptschüler so schnell nicht vergessen: Fadi Saad aus Berlin präsentierte sich den Jugendlichen in Auerbach nicht nur als Buchautor, sondern als „einer von ihnen“. Im lockeren Gespräch mit den Schülern sprach er über Vorurteile, Kriminalität und seine Erfahrungen.

„Das war wirklich interessant“, urteilten nach rund 90 Minuten nicht nur die Hauptschüler, sondern auch Lehrer und Gäste. Gekommen waren unter anderem Elternbeiratsvorsitzende Katrin Schmid, deren Gremium die Lesung bezuschusst hatte, und die Jugendbeauftragte des Stadtrats, Margarete Fuchs.

Fadi Saad war bereits am Montagnachmittag nach Auerbach gekommen und traf sich mit der Familie von Mutlu Kocak, der den Quartiersmanager eingeladen hatte. Die Schülerzeitung V.I.N. nutzte auch gleich die Gelegenheit zu einem Exklusiv-Interview mit dem preisgekrönten Verfechter der Integration. Nach seiner Übernachtung im herrlichen Steinamwasser (Saad: „Das ist wie Urlaub.“) traf er sich vor der Lesung mit einigen Neuntklässern zum Gespräch im Schülercafé – bestens bewirtet von der gleichnamigen Arbeitsgemeinschaft.

Als Dankeschön an Fadi Saad (31) überreichte Rektor Rudolf Lutye eine Packung Stromer-Pralinen der heimischen Konditorei Winter. Der Autor revanchierte sich mit einer Ausgabe seines Buches „Der große Bruder von Neukölln“, das er der Schülerbücherei zur Verfügung stellte. Ausdauernd signierte er für die Auerbacher Schüler und stellte sich auch gerne mit den Klassen und einzelnen Schülern zum Foto auf.


Fadi Saad, "der große Bruder von Neukölln" kam nicht nur zur Lesung an unsere Schule, sondern nahm sich auch die Zeit, im Schülercafé mit einigen Jugendlichen zu diskutieren.


Rektor Rudolf Lutye überreichte als Dankeschön für die Lesung Stromer-Pralinen aus der Auerbacher Konditorei Winter. Fadi Saad revanchierte sich mit seinem Buch "Der große Bruder von Neukölln", das er für die Schülerbücherei zur Verfügung stellte. Saskia Hesa bedankte sich namens der Schülerzeitung V.I.N. für das gewährte Interview.

Über die Lesung in der Grundschulaula berichteten auch die Auerbacher Tageszeitungen:
Nordbayerische Nachrichten:
Buchautor Fadi Saad aus Berlin-Neukölln fand bei der Lesung seines Buches «Der große Bruder von Neukölln» in der Aula der Grundschule den richtigen Draht zu den Hauptschülern aus den höheren Klassen. Er band die Zuhörer geschickt durch Fragen in den Inhalt seiner Veröffentlichung ein.Rektor Rudolf Lutye hofft, dass durch diese Veranstaltung die Schüler mit Migrationshintergrund noch besser integriert werden. «Integration ist auch Prävention», sagte Lutye. Er freute sich auch über die Anwesenheit von Kathrin Schmid, der Vorsitzenden des Elternbeirates und von Margarete Fuchs, der Jugendbeauftragten des Auerbacher Stadtrates.Erste Schülersprecherin Melissa Maier begrüßte ebenso wie Zweiter Schülersprecher Mutlu Kocak die Anwesenden. Kocak, der in der Klasse 10 M der Hauptschule ist, schilderte die Vorgeschichte des Besuchs von Fadi Saad (31). Nachdem er das Buch von Fadi Saad gelesen hatte und in Auerbach das Integrationsprojekt in Verbindung mit den Street-Style-Soccers ins Leben gerufen wurde, erhoffte sich Kocak zusätzliche Hilfe und Tipps von Fadi Saad. Der Kontakt wurde weiter ausgebaut und nach einem Treffen im Juni des Vorjahres mit dem Buchautor kam es nun zur Lesung in Auerbach. Er dankte Rektor Lutye, der dieser Veranstaltung in der Aula der Schule sehr offen gegenüberstand.Fadi Saad ist als Sohn palestinensischer Eltern zwischen zwei Kulturen in Berlin aufgewachsen. «Warum schreibt einer ein Buch?» Saad erklärte, dass er einen Anruf eines Verlages bekam, sein Leben und die Entwicklung vom Gang-Mitglied zum Streetworker aufzuschreiben. «Ich habe zuvor noch nie ein Buch gelesen und dieses von mir geschriebene war das erste,» gestand er offen. Durch seine Beschäftigung im sozialen Bereich sei er mit der alltäglichen Problematik vertraut gewesen. Saad ist mit einer Berlinerin hessischer Herkunft verheiratet, hat zwei Kinder und es funktioniere wunderbar. Als er seine arabischen Eltern die Heiratsabsicht mitteilte, fragten sie sofort « aus welcher Familie» ist sie. Die deutschen Eltern seiner Frau warnten sie mit dem Vorurteil: «Da musst Du mit einem Kopftuch in der Küche stehen und wenn es schief geht, nehmen die Männer die Kinder mit». Fadi Saad hielt dann offiziell in der Familie seiner Frau um deren Hand an und seiner Aussage nach «läuft alles super».

Knast führte zum Umdenken
In seinem Buch schildert der Autor seine Zeit als Gangmitglied bei den «Araberboys 21». Die 21 bezog sich auf den Bezirk in Berlin. Die Jungs trugen die gleichen Jacken und Mützen mit Aufschrift. Schlägereien gab es oft wegen unterschiedlicher Religionszugehörigkeit. Zur Aufnahme in die Gang gehörte eine Mutprobe (schmerzhafter Kampf von zwei Minuten in einem sogenannten Todeskreis). «Ich verprügelte Schüler und sogar Lehrer – es genügte der Satz «ich werde Deine Eltern anrufen». Geld besorgen geschah durch räuberische Erpressung und nicht vom Geldautomaten. Knast ist geil, sagten die Gangmitglieder. Die drei Tage, die Fadi Saad selbst im Knast war, reichten ihm und führten zum Umdenken. «Vor meinem Fenster flogen Vögel und ich war eingesperrt», schilderte er seine schlimmste Erfahrung. Seit Juli 2006 ist Fadi Saad als Quartiermanager und Jugendberater beschäftigt. Sein Buch ist preisgekrönt. Die Zuhörer lauschten interessiert. – Sabine Rühl -

Sulzbach-Rosenberger Zeitung:
Die Grundschulaula füllte sich mit Schülern der höheren Hauptschulklassen, als Fadi Saad aus Berlin-Wedding auf Einladung der Schülermitverwaltung zu einer Autorenlesung nach Auerbach kam. In entspannter Atmosphäre stellte er sein Erstlingswerk "Der große Bruder von Neukölln" vor. Saad stieg direkt ein in den Dialog mit den Schülern. Er erzählte zwischen den vorgelesenen Passagen seines Erstlingswerks aus seinem Leben. Der Autor berichtete von den Straßenkämpfen der moslemischen Glaubensgemeinschaften der Sunniten und der Aleviten. Und er fragte, ob sich die Jugendlichen vorstellen könnten, dass sich Katholische und Evangelische zu einem Treffen verabreden, um sich gegenseitig zu verprügeln. Er selbst gehörte als Jugendlicher einer arabischen Gang an, stand vor dem Jugendrichter und musste sogar einsitzen. Heute ist Saad Mitglied einer Bewegung gegen Gewalt und Jugendkriminalität, will durch sein Buch und die Erzählungen aus seinem Leben zeigen, dass es sich beim Bemühen um Integration lohnt, nicht aufzugeben. – Karl Schwemmer -


Startseite | Schulleitung | Lehrkräfte | Sprechzeiten | Klassen | Schülervertretung | Verbindungslehrer | Schulforum | Elternvertretungen | M-Zug | Ganztagesangebot | Schülerzeitung | Schulleben | Schulchronik | Termine | Anfahrt | Downloads | Links | Kontakt | Impressum | Sitemap


Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü