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Schulleben
Klassenraum nun Café
Sponsoren halfen Hauptschule bei der Einrichtung
AUERBACH (bg) - Ein leerer Magen studiert nicht gern, heißt ein altes Sprichwort. Weil dem so ist, haben die Hauptschüler nun ein hauseigenes Café eingerichtet, um gestärkt durch gesunde Ernährung jede Menge geistiges Futter im anschließenden Unterricht konzentriert aufnehmen zu können.
Mit dem Schülercafé konnte ein lange gehegter Wunsch erfüllt werden. Immer wieder war und ist von Jugendlichen zu hören, die morgens entweder aus Bequemlichkeit, aus Zeitmangel oder aus Appetitlosigkeit nicht frühstücken. Bei einer spontanen Umfrage am Freitag wurde festgestellt, dass 102 von 244 Schülern zuhause weder etwas gegessen noch getrunken haben. Fachleute hingegen haben ein abwechslungsreiches Frühstück längst zur wichtigsten Mahlzeit des Tages gekürt. Um leistungsfähig zu sein, brauche der Körper morgens eine Energiezufuhr.
Die Erkenntnis, dass viele Schüler mit leerem Magen erscheinen, habe schon vor Jahren dazu geführt, dass die Einrichtung eines Schülercafés diskutiert wurde, erklärte Rektor Rudolf Weber bei der Eröffnung. Auch an den Tagen mit Nachmittagsunterricht schien
eine sinnvolle Alternative zu Fastfood und Naschzeug nötig. Während früher auf Grund der Schülerzahlen kein Platz war, konnte jetzt ein leer stehendes Klassenzimmer zum Café umgestaltet werden. Dies ist der Schule hervorragend gelungen. Eine Küche in hellem Holzton, pflegeleichte Stühle in knalligem Orange, eine hübsche Tischdekoration, bunte Wände und gemütliche Vorhänge lassen schnell vergessen, dass man eigentlich in der Schule ist.
Seit September liefen die Vorbereitungen. Es mussten Angebote ausgewertet werden, Ver- und Entsorgungsleitungen verlegt und gefliest werden. Eine Belehrung über den richtigen Umgang mit Lebensmitteln durch das Gesundheitsamt wurde anberaumt. Auch Sponsoren und Helfer wurden gesucht und gefunden.
Die Stadt als Sachaufwandsträger unterstützte das Schülercafé mit rund 10 000 Euro. Das Mobiliar zahlte die Schule aus Erlösen, etwa beim Abschlussball. Sigrid Schleicher spendierte und nähte die Vorhänge, das Möbelhaus Bundscherer einen Geschirrspüler. Weitere Geräte kamen vom Förderkreis «Attraktives Auerbach». Und auch der Elternbeirat beteiligte sich mit «einigen Hundertern», freute sich Weber. Zweiter Bürgermeister Georg Gsell gab spontan eine private Spende für diese «gute Sache». «Hier ist das Geld der Stadt gut angelegt», fand Gsell.
Die Elternbeiratsvorsitzende Kathrin Schmid würdigte das Engagement der Schüler, die früher aufstehen, um zusammen mit Fachlehrerin Angela Seitz für die Kameraden ein gesundes Frühstück anbieten zu können. In der Arbeitsgemeinschaft «Schülercafé» sind derzeit 19 Schüler aktiv, erklärte die Leiterin Renate Schmidt. Zunächst ist das Café in Zimmer 11 am Dienstag und Mittwoch von
7.30 bis 8 Uhr sowie am Donnerstag während der Mittagspause geöffnet. Die Erfahrungen werden zeigen, ob das Konzept geändert werden muss, erklärte Schmidt. Das reichhaltige «Powerfrühstück» wird für zwei Euro angeboten. Das Mittagessen und der Preis dafür wechseln wöchentlich.
© NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN, PEGNITZ UND UMGEBUNG, 11.3.2008
Mit Frühstück den Motor anwerfen
Auerbacher Hauptschule weiht Schülercafé ein - An drei Tagen geöffnet - Wichtigste Mahlzeit
Auerbach. (kek) Die Deutschen sind wahrlich keine Weltmeister im Frühstücken. Auch Schüler gehen oft ohne die erste Mahlzeit aus dem Haus. Diesem Trend setzt die Hauptschule Auerbach jetzt ein Schülercafé entgegen, das kürzlich eröffnet wurde. Dazu gab es am Montag nett gemachte Häppchen nach der Ansprache von Schulleiter Rudolf Weber und den Grußworten von 2. Bürgermeister Georg Gsell und Elternbeiratsvorsitzender Katrin Schmid. Ansonsten ist das Frühstück, dass im Schülercafé an zwei Tagen in der Woche angeboten wird, auch nicht ohne: Ein "Powerfrühstück" unter anderem mit Brot, Müsli, Joghurt und Obst oder ein eher spartanisches, welches sich aber zusätzlich aufmotzen lässt. Dazu gibt es koffeinfreie Getränke. Einmal pro Woche gibt es sogar ein Mittagessen.
Nachfrage entscheidend
"Die Nachfrage und die Erfahrungen werden zeigen, inwieweit wir das Speisenangebot beibehalten, erweitern oder ändern", sagt Renate Schmidt, die zusammen mit einer Reihe von Lehrerkollegen die Arbeitsgemeinschaft "Schülercafé" betreut, der zurzeit 19 Schüler aus den achten und neunten M-Klassen angehören. Dass den Schülern ihr Frühstück auch schmeckt, dafür sorgen nicht nur gesunde und abwechslungsreiche Zutaten, sondern auch die Umgebung. Ein Klassenzimmer wurde zum Café umfunktioniert, mit großer funktionaler Küchenzeile, Bistrotischen und -stühlen, abgetönten Wänden, Bildern, Pflanzen, Seidenblumen auf den Tischen und Vorhängen. An Schule erinnert das Café nur bedingt. Dessen Einrichtung kostete natürlich auch Geld. So wie Schulleitung und Projektgruppe dies gestemmt haben, sieht es fast wie ein Finanzierungsplan aus. 10 000 Euro steckte die Stadt Auerbach als Schulaufwandsträger in die Küchenzeile und die notwendigen Installierungsarbeiten. Die Schule selbst hatte aus Erlösen, beispielsweise von den Tanzabschlussbällen etwas auf der hohen Kante und zudem sparte man die Zuwendungen von Bürgermeister und Landkreis an. Nicht zuletzt sprangen auch private und gewerbliche Sponsoren mit ins Boot und überließen der Schule beispielsweise Vorhänge, Geschirrspüler oder Mikrowelle. Und dann gab es ja noch den Hausmeister, der mit Hand anlegte. Laut Infratest lassen mehr als die Hälfte der Deutschen das Frühstück aus. Das ist bei Schulkindern nicht anders. Auch an der Hauptschule belegte eine Blitzumfrage, dass über 40 Prozent der Schüler mit leeren Magen in die Schule kommen, sei es, weil sie sich am Morgen keine Zeit nehmen oder keinen Appetit haben oder vielleicht auch, weil es eben kein gemeinsames Frühstück gibt. Dabei ist das Frühstück die wichtigste Mahlzeit am Tag, weil sie sozusagen den Motor anschmeißt und auf Touren bringt. Mit leerem Magen können Körper und Geist keine Leistung bringen, sagen die Ernährungswissenschaftler. Die Folge: "Die Schulkinder sind reizbar und nervös, sie können sich nicht richtig konzentrieren und kaum die notwendigen Leistungen erbringen", so Weber.
Raumproblem gelöst
Aus dieser Erkenntnis heraus hat man an der Hauptschule schon seit Jahren Überlegungen angestellt, ein Schülercafé einzurichten. Gescheitert ist dies bisher am fehlenden Raum, den man seit Ende September vergangenen Jahres mit einem leeren Klassenzimmer zur Verfügung hatte. Daraufhin folgten konkrete und ausführliche Planungen vieler Beteiligter, bei denen man nichts vergaß, selbst die Gesundheitszeugnisse nicht, für die komplette Arbeitsgemeinschaft Schülercafé. Das Schülercafé hat Montag, Dienstag und Mittwoch von 7.30 bis 8 Uhr und Montag und Dienstag während der Mittagspause geöffnet. SRZ vom 12.03.2008 (kek) (Netzcode: 1302305)
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